Der neue ICE 4 der Deutschen Bahn

ICE 4

Beziehungen sind gut, insbesondere wenn man dadurch in den Genuss kommt an einer Probefahrt des neuen ICE 4 teilnehmen zu können.

ICE 4 Probefahrt

Mit dem ICE 4 (vormals ICx) möchte die Deutsche Bahn ihren Fuhrpark im Fernverkehr signifikant verjüngen. Damit sollen u.a. die 20 – 25 Jahre alten ICE 1 und 2 entlastet werden und mittelfristig alte IC-Züge ersetzen. 130 Triebzüge wird Siemens in den kommenden Jahren an die Deutsche Bahn liefern und eine Option für 170 weitere Triebzüge hat sich die Deutsche Bahn zudem gesichert.

Der ICE 4 wird in der Standardausführung als 12teiliger Triebzug geliefert und hat insgesamt 830 Sitzplätze, so viele wie kein anderer ICE-Typ. 205 Sitzplätze gibt es in der 1. Klasse, 625 Sitzplätze in der 2. Klasse. Im Bordrestaurant sind 22 Sitzplätze verfügbar. Erstmals bei einem ICE gibt es auch Fahrradabstellplätze, 8 Stück an der Zahl.

In diesem Artikel stelle ich die einzelnen Bereiche 1. Klasse, 2. Klasse, Bordrestaurant separat dar und gehe auf Pro und Contra ein. Außerdem gibt es meine Erfahrungen zum Fahrgefühl mit dem ICE 4.

Die 1. Klasse im ICE 4

ICE 4 ProbefahrtDer 1. Klasse-Bereich befindet sich in den Wagen mit den Nummer 11, 12 und 14. Wie schon beim ICE 1 hat man auch hier auf einen Wagen mit der Nummer 13 verzichtet. Ein Schelm wer da an abergläubische Bahnreisende denkt. 😉

Die Wagen sind als Großraumwagen ausgeführt. Es gibt allerdings ein paar Einschränkungen. Neben den klassischen Großraumbereichen befinden sich in den Wagen 11 und 12 auch zwei kleinere Bereiche mit jeweils 14 Sitzplätzen. Wer also eigentlich lieber im Abteil reist, die es in der Form im ICE 4 nicht mehr gibt, der sollte in den Wagen 11 und 12 sich einen Sitzplatz mit dreistelliger Sitzplatznummer (101 ff.) reservieren.

ICE 4Im Endwagen mit der Nummer 14 befindet sich direkt vor dem Führerstand ein kleiner abgetrennter Bereich mit 6 Sitzplätzen. Der erinnert an die Lounges im ICE-T, wobei es im ICE 4 keine Glaswand mit Blick in den Führerstand gibt. Aber ruhiger als im Großraumwagen dürfte man hier auf jeden Fall reisen. Außerdem gibt es einen weiteren Bereich mit 8 Sitzplätzen, der vom sonstigen Großraumwagen etwas abgetrennt ist.

ICE 4 ProbefahrtWas positiv auffällt ist der Sitzabstand. Auch etwas größere Personen haben hier keine Probleme. Mit meinen 180 cm habe ich da sehr viel Beinabstand zum Vordersitz im Großraumbereich mit 2+1 Bestuhlung gehabt. Die Tische mit den Vis-a-vis-Plätzen gibt es auch im ICE 4. Das gewählte Holz der Tische wirkt wesentlich heller als das in den Vorgängerfahrzeugen. Oder vielleicht dunkelt das noch nach mit der Zeit?

An den anderen Plätzen sind wie gewohnt Klapptische an den Lehnen der Vordersitze angebracht. Die sind nicht riesig, aber ein Laptop findet da durchaus drauf Platz, wenn es nicht gerade ein 17″-Gerät ist.

Und da sind wir bei einem ganz wichtigen Thema: Strom. Den kann man hier aus Steckdosen beziehen, die unter dem Sitz (Einzelsitz) bzw. zwischen den Sitzen (Zweiersitz) angebracht sind. Pro Sitz gibt es eine Steckdose. Zwischen den Zweiersitzen gibt es zudem eine Ablagefläche. Da kann man dann z.B. die Vielfachsteckdose zwischenlagern. 😉

ICE 4 Probefahrt

Lagern muß man auch irgendwo sein Gepäck. Da gibt es in den 1. Klasse-Wagen zwei Gepäckracks pro Wagen, wo man die Koffer unterbringen kann. Taschen und kleinere Koffer bekommt man aber auch bequem in den Gepäckablagen an den Seitenwänden unter. Für einen Koffer, der bei Fluglinien als Handgepäck durchgeht, ist da oben ausreichend Platz vorhanden.

ICE 4 Probefahrt

Die Sitzfläche lässt der Sitzfläche lässt sich vorziehen und die Rückenlehne etwas schräger stellen. Dabei verschiebt sich aber nur die Lederfläche, die eigentliche feste Rückenlehne bleibt gerade. Dafür gibt es unter dem Sitz zwei separate Griffe.

ICE 4Neu und definitiv positiv hervorzuheben: die Leselampen direkt am Sitz. Die sind neben der Kopfstütze angebracht. Sie lassen sich aber nicht verstellen. An und aus macht man sie, in dem man sie an der Seite nur ganz leicht berührt. Der Knopf dort ist sehr berührungsempfindlich.

ICE 4 ProbefahrtWer seinen reservierten Sitzplatz sucht, der muß zukünftig nicht mehr nach oben gucken. Die entsprechenden Sitzplatznummern und die Reservierungsanzeige befinden sich nun seitlich an den Kopfstützen. Ist zwar ungewohnt am Anfang, aber dennoch besser zu lesen als jetzt teilweise.

ICE 4 ProbefahrtNegativ fiel auf, daß es auch im ICE 4 Fensterplätze gibt, die direkt neben der Wand sind, wo man also entweder gar nicht rausgucken kann oder nur ein kleines Stück Fenster hat. Auf jeden Fall sollte man da die Sitze mit den Nummern 5x und 7x lieber nicht reservieren, wenn man wirklich am Fenster sitzen möchte.

Was auch etwas „billig“ wirkte, waren die Armlehnen in der 1. Klasse. Da gibt es bessere, die nicht so flach und etwas weicher gepolstert sind.

Natürlich gibt es auch weiterhin den Am-Platz-Service. Anstelle der A3-Speisekarte hat man nun aber kleine quadratische Heftchen zum Blättern eingeführt. Wirkt auch irgendwie passender zur 1. Klasse.

Die 2. Klasse im ICE 4

ICE 4

ICE 4 ProbefahrtDen größten Teil des ICE 4 nimmt natürlich die 2. Klasse ein. Diese haben die Wagennummern 1-7 und 9, die Wagennummer 8 ist nicht vergeben. Die Wagen 2-7 sind ausschließlich als Großraumwagen ausgeführt, echte Abteile gibt es im ICE 4 nicht mehr. Wer etwas abgeschotteter sitzen möchte, der bucht sich einen der Sitzplätze im Wagen 1 am Führerstandsende. Dort gibt es einen kleinen Bereich mit lediglich 8 Sitzplätzen, der mehr Ruhe als ein Großraumabteil verspricht.

ICE 4 Probefahrt

Direkt an diesen Bereich schließt übrigens der Abstellbereich für Fahrräder an. Dort kann man acht solcher Gefährte sicher verwahren. Die Plätze muß man vorher reservieren, ansonsten kann es sein, daß man nicht mitgenommen wird mit dem Fahrrad.

ICE 4

Und bevor über die Zahl von „nur“ acht Fahrradplätzen gemeckert wird: das sind acht Stück mehr als jeder andere ICE bisher hatte. Bei 130 Triebzügen macht das 1040 zusätzliche Fahrradstellplätze in Zügen des Fernverkehrs. Wird die Option von 170 weiteren Triebzügen eingelöst, steigt die Zahl der Fahrradstellplätze auf 2400 Stück.

ICE 4 ProbefahrtAuch in der 2. Klasse fällt einem die gute Beinfreiheit auf. Sie ist zwar geringer als in der 1. Klasse, was auch nachvollziehbar ist, aber dennoch recht gut. Auch Personen, die etwas größer sind, können da bequem sitzen. Hier gibt es zum Verstellen der Sitzfläche nur einen Griff unter dem Sitz. Desweiteren gibt es hier bei den Zweiersitzen nur eine Steckdose. Da ist das Mitführen einer Vielfachsteckdose sicher nicht ganz unangebracht.

ICE 4 Probefahrt

Für das Gepäck stehen hier pro Wagen vier große Gepäckracks und die Gepäckablagen über den Sitzen zur Verfügung. Die Gepäckracks sind zweireihig aufgebaut, da passt also jede Menge rein. Probleme wegen zu viel Gepäck dürfte es hier meiner Meinung nach nicht geben. Aber Achtung: größere Menschen, die einen Fensterplatz haben, sollten beim Aufstehen etwas vorsichtig sein, sonst stoßen sie eventuell mit dem Kopf an die Gepäckablage über ihnen.

ICE 4 Probefahrt

ICE 4 ProbefahrtIm Wagen 9 sieht es etwas anders aus, denn der beherbergt das Familien- und Behindertenabteil. Hier gibt es weniger Sitzplätze, dafür mehr Platz für Rollstühle und Kinderwagen und eine behindertengerechte Toilette. Der dortige Familienbereich ist auch über den Sitzen mit einem entsprechenden Schriftzug gekennzeichnet.

ICE 4

ICE 4Wer also mit Kindern reist, sollte bei einer Reservierung den Wagen 9 dafür auswählen. Außerdem gibt es hier ein Kleinkindabteil mit fünf Sitzen, wo man dann einfach die Tür zu macht und seine Ruhe hat. Den Familienbereich gibt es ausschließlich in der 2. Klasse.

ICE 4 Probefahrt

Bordrestaurant und Bordbistro im ICE 4

Direkt zwischen 1. und 2. Klasse befindet sich der Wagen 10, der das Bordrestaurant und das Bordbistro beherbergt. Von der 1. Klasse kommend, gelangt man unmittelbar ins Bordrestaurant. 2. Klasse-Fahrgäste kommen zuerst zum Bordbistro, wo man sich Snacks und Getränke zum Mitnehmen an den Platz holen kann.

ICE 4

22 Sitzplätze gibt es im Bordrestaurant. Im Normalfall dürfte das vollkommen ausreichend sein, da es im 1. Klasse-Bereich auch möglich ist Essen und Getränke an den Platz bringen zu lassen. Negativ auffallend ist der sehr sehr schmale Gang zwischen Bordrestaurant und Bordbistro. Begegnungen in dem Bereich sind praktisch unmöglich. Also: wer sehr dick ist und 2. Klasse fährt, sollte sich auf was zu Essen vom Bordbistro beschränken und nicht den Drang verspüren sich ins Bordrestaurant setzen zu wollen.

ICE 4 Probefahrt

Was im Bordbistro übrigens positiv auffällt, ist die Glasvitrine in der alles gut sichtbar präsentiert wird. Da bekommt man gleich noch mehr Appetit und so soll das eigentlich auch sein.

Fahrgefühl im neuen ICE 4

ICE 4 Probefahrt

Das Wichtigste ist natürlich das Fahrgefühl im neuen ICE 4. Zuerst einmal: er ist leise, sehr leise sogar. Eigentlich kann man sagen, daß der ICE 4 von innen unhörbar ist. Man bekommt akustisch gar nicht mit, daß man fährt. Von außen klingt er etwas lauter, aber das kann einem egal sein, wenn man drinnen sitzt. Im Video von Sabine Pfohl kann man das hören.

Die Sitze sind sehr bequem, zumindest empfand ich das so, und so kann man da entspannt eine längere Fahrt drin sitzen.

Auffällig ist ein ganz ganz leichtes Schwanken, das man aber gar nicht richtig mitbekommt, wenn man nicht drauf achtet. Besonders in den als Powerpack ausgestatteten Wagen dürfte das feststellbar sein, weil sich da die Motortechnik unterflur befindet. Es ist aber zum einen nicht wirklich unangenehm und fällt zum anderen auch nur auf, wenn man es weiß oder ganz genau drauf achtet. Ansonsten bekommt man davon gar nichts mit, auch nicht bei höheren Geschwindigkeiten.

Was auch zu einem positiven Fahrgefühl beitragen soll, ist die Beleuchtung der Wagen. Diese verändert sich farblich je nach Tageszeit, was auch zu mehr Entspannung für soll.

ICE 4

Zusammengefasst kann man sagen, daß sich die Fahrgäste wirklich auf den neuen ICE 4 freuen dürfen. Bis auf die fehlenden Abteilwagen ist der Zug wirklich perfekt aus Fahrgastsicht und dürfte wohl auch die Fahrgastzahlen im Fernverkehr weiter steigen lassen.

Der neue IC2 der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn startet ab Fahrplanwechsel im Dezember 2015 den Einsatz von Doppelstockwagen im IC-Verkehr. Aktuell laufen Betriebserprobungsfahrten und bei einigen dieser Fahrten durften Eisenbahner mitfahren. Und da diese auch Gäste mitbringen durften, gelang es mir dank eines Twitterkontaktes an einer Fahrt im neuen Doppelstock-IC, von der Bahn Intercity2 genannt, teilnehmen zu können.

Die von Bombardier gebauten Doppelstockwagen basieren auf dem Modell, daß auch in einigen Gegenden im Nahverkehr läuft, zu erkennen an der in den Nahverkehrswagen bläulichen Beleuchtung. Die Inneneinrichtung des Intercity2 ist allerdings komplett neu gestaltet, auch was Treppenaufgänge, Ablageflächen für Gepäck usw. angeht. Auch die Steuerwagenfront ist neu designt.

Die Zugeinheiten sind als 5-Wagenzüge konzipiert. Wagen 1 – 4 sind 2. Klasse-Wagen, Wagen 5 ist der 1. Klasse-Wagen, wobei Wagen 1 der Steuerwagen ist, der auch das Kleinkindabteil (im Obergeschoss) und die Behindertentoilette (im Untergeschoss) beherbergt. Außerdem sind dort sechs Fahrradabstellplätze zu finden, in den Wagen 2-4 jeweils ein Fahrradabstellplatz.

Ein Speisewagen oder Bordbistro ist nicht vorhanden, es ist aber wohl geplant, daß jemand mit einem Snackcaddy durch den Zug kommt. Na das wäre immerhin mehr als es jetzt auf den geplanten Linien im Angebot gibt.

2. Klasse-Wagen

Die Sitze im 2. Klasse-Wagen dürfte man in der Form aus den ICmod-Garnituren kennen. Die Sitzfläche lässt sich leicht nach vorne stellen, die Rückenlehne rutscht dann ein kleines Stück nach unten, eine Verstellung der Rückenlehne nach hinten ist aber nicht möglich. Dennoch muß ich sagen, sitzt man sehr bequem. Ich hätte kein Problem damit von Magdeburg bis Köln zu fahren.

Im Untergeschoss des Steuerwagens befinden sich nur wenige Sitzplätze, da dort die Fahrradabstellplätze und die Behindertentoilette viel Platz benötigen. Dafür kann man sich da unten gut breit machen, wenn man viel Gepäck hat.

Gepäck ist der Knackpunkt. Unten wie oben finden sich Gepäckracks, wo man seine Koffer abstellen kann. Auch Kleiderhaken sind dort zu finden. Auch wenn die Ablageflächen für die Koffer auf den ersten Blick großzügig kalkuliert erscheinen, wenn der Zug richtig voll ist, dürfte es da sehr eng zugehen.

Wer mit viel Gepäck reist, der sollte sich übrigens lieber unten hinsetzen. Da wirkten die Kofferablageflächen etwas größer und man spart sich die Treppen, die übrigens breiter als im Nahverkehrs-Doppelstockwagen sind. Die Ablageflächen in der Mitte des Wagens übernehmen zudem noch eine Trennfunktion und lassen das Wageninnere nicht als ganz großen Großraumwagen erscheinen und sorgen auch dafür, daß sich die Lautstärke von Gesprächen nicht zu sehr durch den ganzen Wagen verbreitet.

An den Zweierplätzen gibt es Fußstützen. Ich hätte es schöner empfunden, wenn man selbige noch etwas weiter nach hinten hätte klappen können, aber für die meisten dürfte der Einrastpunkt okay sein. Kleine Tischchen sind auch angebracht. Da kann man auch eine kleine Metall-Leiste vorziehen, wenn man da sein Laptop drauf abstellen möchte.

Steckdosen sind jeweils an den Wänden angebracht: eine Steckdose am Zweier-Sitz und zwei Steckdosen am Vierer-Sitz mit Tisch. Die Gepäckablagen über den Fenstern sind sehr sehr schmal. Rucksäcke oder ganz dicke Taschen bekommt man da nicht unter. Selbst meine kleine Fototasche passte da gerade mal so noch rein. Im Obergeschoss gibt es an den Fenstern Jalousien. Wären übrigens im Untergeschoss auch nicht falsch gewesen. 😉

1. Klasse-Wagen

Der 1. Klasse-Wagen unterscheidet sich u. a. darin, daß er keinen Fahrradstellplatz besitzt. Auch hier könnte theoretisch das Problem mit dem Gepäck auftreten. Zumindest auf dem von mir genutzten Abschnitt ist das aber wohl eher selten der Fall, denn gerade in Ostdeutschland wird die 1. Klasse im Intercity eher unterdurchschnittlich genutzt. Während das Untergeschoss im 1. Klasse-Wagen eher als Großraum anzusehen ist, ist der obere Bereich geteilt in Ruhebereich und Handybereich. Dadurch wirken die beiden Bereich eher abteilmäßig, es ist auch durch die Zwischentüren ruhiger und irgendwie gemütlicher. Als 1. Klasse-Fahrgast würde ich dann wohl eher den oberen Bereich bevorzugen. Die 1. Klasse bietet ebenfalls Kofferablageflächen, oben wie unten. Außerdem gibt es über den Fensterplätzen auch Leselampen. Desweiteren gibt es in der 1. Klasse eine 2+1 Bestuhlung, während in der 2. Klasse eine 2+2 Bestuhlung anzutreffen ist.

Bei den 1. Klasse-Sitzen handelt es sich um Ledersitze, die so bisher noch nirgends verbaut wurden. Sie ähneln denen im Nahverkehrs-Dosto, wie er auf dem RE 1 Magdeburg – Frankfurt (Oder) verkehrt, sind aber doch etwas edler gestaltet, z.B. durch ein paar Nähte mehr und eine für mein Gefühl leicht größere Sitzfläche.

Bequem sind die Sitze auf jeden Fall. Da möchte ich am liebsten nicht mehr draus aufstehen. Auch hier lässt sich die Sitzfläche vorziehen. Die Rückenlehne kann man aber auch hier nicht nach hinten stellen. Dennoch alles sehr bequem. Die Steckdosenverteilung ist analog zu den Wagen der 2. Klasse. An den Zweier-Plätzen gibt es einen separaten Dosenhalter.

Die Tische in der 1. Klasse sind zudem größer als in der 2. Klasse und lassen sich teilweise anklappen, sodaß man bequemer ein- bzw. aussteigen kann. Kennt man so bereits aus dem ICE, also nichts neues.

Die Toiletten im Intercity2

Den Toiletten widme ich einen separaten Bereich. Jeder Wagen verfügt über entsprechende Einrichtungen, im Steuerwagen ist eine behindertengerechte Toilette zu finden. Ansonsten sind die Toiletten so wie man sie auch aus anderen Fahrzeugen kennt. Neu ist, daß es neben dem Seifenspender jetzt auch Desinfektionsmittel gibt. Befindet sich direkt neben der Seife. Was aber, mit Ausnahme in der Behindertentoilette, sehr bescheiden ist, ist der Wasserhahn. Der ist nämlich so angebracht, daß viel Wasser auf den Boden spritzt und nicht im Waschbecken bleibt. Und wenn man nah genug vor dem Waschbecken steht, hat man plötzlich ne nasse Hose. Das kann peinlich wirken, wenn da ganz bestimmte Stellen der Hose plötzlich befleckt wirken. Hier hat irgendwer nicht so richtig mitgedacht bei der Konstruktion. Also beim Händewaschen lieber nicht zu nah ans Waschbecken rantreten. In der Behindertentoilette ist das etwas besser konstruiert, da bleibt das Wasser da wo es bleiben soll.

Allgemeines zum Intercity2

Positiv fallen die Displays auf. Sie zeigen nicht nur den nächsten Halt an (übrigens in drei Sprachen: deutsch, englisch, französisch), sondern abwechselnd auch die Anschlüsse im nächsten Bahnhof (aber ohne Zugnummern) sowie eine Karte mit dem Fahrtverlauf und wo man sich gerade befindet und der aktuell gefahrenen Geschwindigkeit des Zuges.

Die Ansagen im Zug sind laut und deutlich, erfolgen übrigens nicht mehr vom Zugbegleiter sondern werden automatisch eingespielt. Ich empfand die Lautstärke aber als etwas zu hoch und meine Begleiter waren da der gleichen Meinung. Vielleicht kann man die noch etwas nachjustieren und leiser einstellen. Die Ansagen erfolgen in deutsch, lediglich an bestimmten Bahnhöfen erfolgen diese auch in englisch. Auf der Strecke Leipzig – Hannover geschah dies in Leipzig/Halle Flughafen sowie in Hannover Hbf. Leipzig Hbf bin ich mir nicht ganz sicher, glaube aber auch.

Während in den Sitzbereichen nur kleine Abfallbehälter sind, findet man in den Eingangsbereichen größere Abfallbehälter, wo der Müll auch getrennt gesammelt wird. Toller Beitrag zum Umweltschutz, wenn sich die Fahrgäste auch dran halten.

An den Sitzen und an den Handgeländern befinden sich Schriftzeichen für Blindenschrift. Damit wird auch dem Thema Barrierefreiheit ein klein wenig mehr Rechnung getragen.

Das Kinderabteil ist im IC eine Neuerung und dürfte bei Familien mit Kindern sicher auf ein positives Echo stoßen.

Interessant: im Obergeschoss lässt sich pro Seite ein kleines Fenster anklappen. Falls die Klimaanlage mal wieder etwas rumzickt. Ansonsten finden sich in allen Wagen auch Rauchmelder.

Alles in allem ist der neue Intercity2 nicht so schlecht wie er von manchen dargestellt wird. Wenn man die recht spontane Entwicklung betrachtet und auch die Tatsache, daß es eigentlich ein Übergangsfahrzeug sein soll, dann bekommen wir damit ein wirklich vernünftiges Fahrzeug angeboten. Manko könnte sein, daß es aktuell keine Mobilfunk-Repeater im Zug gibt, eventuell werden die noch nachgerüstet. Ob kostenloses WLAN hier noch nachgerüstet wird, wird sich auch noch zeigen. Es dürfte zumindest nicht so kompliziert zu realisieren sein.

Auch die Ablageflächen für Koffer könnten etwas knapp bemessen sein. Ob das tatsächlich so ist, wird sich ab Dezember zeigen wenn die ersten Doppelstockzüge im IC-Verkehr zum Einsatz kommen.

Die Wagen zeigen eine gute Laufruhe, allerdings kann es oben manchmal etwas mehr schwanken als unten, ist aber allgemein bei Doppelstockwagen so. Das war schon immer so und das wird wohl auch immer so bleiben. Seekrank wird man aber nicht davon. 😉

Zuerst werden die Züge auf der Linie Leipzig – Magdeburg – Hannover – Emden/Norddeich eingesetzt. Ab Frühjahr 2016 folgt die Linie Dresden – Leipzig – Magdeburg – Hannover – Köln.

Weitere geplante Einsatzstrecken finden sich auch in der Powerpointpräsentation der Deutschen Bahn zum neuen Fernverkehrskonzept.

Ich wünsche der Bahn mit dem neuen Intercity2 viel Erfolg.

Reisen im Fernbus: DB IC Bus

Für die Rückfahrt von einem Wochenendausflug nach Wroclaw nutzte ich das DB IC Bus-Anagebot der Deutschen Bahn. Der Vorteil dabei ist, daß man den dafür benötigten Fahrschein wie eine normale Fahrkarte auf bahn.de kaufen kann und das auch gleich durchgehend bis zum eigentlichen Reiseziel. Ich hatte also eine gemeinsame Fahrkarte Wroclaw – Magdeburg über Berlin. Mit der kann man natürlich auch Bahn.Bonus-Punkte sammeln und es gelten auch die Fahrgastrechte bei Verspätungen usw.

Der eingesetzte Mercedes-Bus war pünktlich in Wroclaw. Im Gegensatz zum Personal bei Polskibus sprach man hier perfekt deutsch, das Personal war aus Deutschland. Der Bus war pünktlich, die Taschen wurden, ohne jegliche Kennzeichnung, im Inneren des Busses verstaut, dann erfolgte die Kontrolle der Fahrscheine. Zwar hatte ich eine Sitzplatzreservierung, der Bus war aber zu weniger als 50 % besetzt und so konnte man sich aussuchen wo man sitzen wollte.

Die Fahrt mit dem DB IC Bus verlief, im Gegensatz zur Hinfahrt mit Polskibus, ohne jegliche Pause. Während Polskibus vom ZOB in Berlin abfährt, steuert der DB IC Bus den Berliner Hauptbahnhof an. Das ist gut, wenn man noch weiter muß mit der Bahn. Die Fahrt verlief ohne Vorkommnisse. Im Bus werden auch Getränke verkauft, alkoholische Getränke dürfen aber nur auf deutscher Seite verkauft werden. Die Preise für Getränke sind auch sehr fair, dennoch hatte aber niemand was gekauft.

An den Rücklehnen des Vordersitzes sind kleine Ablagetische angebracht. Durchaus ein Vorteil, um das Smartphone, etwas zu essen oder auch ein Buch ablegen zu können. In der Seitenwand befindet sich eine Steckdose. Das ist insofern doof, weil die für beide Sitzplätze ist und wenn jemand am Gang sitzt, derjenige dann das Kabel über die Beine des anderen Reisenden führen müsste. Das ist also eher doof gelöst. Die Sitze selbst sind mit Stoff bezogen und sehr bequem. Da kann man es aushalten.

Das WLAN funktionierte, entgegen wie bei Polskibus, auf polnischer Seite nicht. Kurz nach Grenzübertritt ging es dann. Man nutzt also nur deutsche Simkarten, bei denen das Roaming deaktiviert ist. 😉 Hat mich nicht weiter gestört, habe ich eben mit meiner polnischen Simkarte gesurft.

Auch durch den Wegfall der Pause war der Bus letztlich 30 Minuten vor Plan in Berlin Hbf. Dadurch konnte ich sogar noch eine Stunde früher als geplant weiter fahren. Auch mal ganz toll gewesen. Was weniger toll war, war kurz vor Ende der Fahrt die Ansage, wer mag könne doch einen kleinen Obulus in eine aufgestellte Schüssel werfen. Sorry, aber so eine Bettelei gehört sich nicht und habe ich auch bei anderen Fernbusunternehmen noch nicht erlebt.

Die Taschen und Koffer wurden dann einfach ausgeladen und jeder nahm sich einfach seins weg. Da hätte auch wieder einfach irgendwer ein fremdes Gepäckstück mitnehmen können. Das fand ich alles andere als toll.

Fazit: auch hier einige Kritikpunkte, die ich eigentlich so bei DB IC Bus nicht erwartet hatte.

1. Klasse DB Lounge in München Hbf

Während meines Wochenendausflugs nach München nutze ich die Gelegenheit mir auch mal die 1. Klasse DB Lounge in München Hauptbahnhof anzuschauen. Ähnlich wie in Frankfurt (Main) Hbf und Dresden Hbf befindet sich die Münchner DB Lounge oberhalb des Querbahnsteigs. Hier in München jeden nicht mittig, sondern am Rand gegenüber dem Bahnsteig 25 angebracht.

1. Klasse DB Lounge München Hbf

Um dorthin zu gelangen, kann man entweder eine normale Treppe oder eine Rolltreppe benutzen. Links geht es denn zum Eingang in die Lounge. Wer nicht loungeberechtigt ist, für den gibt es rechterhand übrigens einen Wartesaal.

Die DB Lounge in München verfügt über einen separaten 1. Klasse-Bereich. Hier gibt es Am-Platz-Service incl. einer kleinen Speisenauswahl, die auch tageszeitabhängig ist. Wie in allen DB Lounges ist auch hier das WLAN kostenlos dabei und wird über den Telekom-Hotspot realisiert. Das Personal hier war freundlich, wenn auch zum Zeitpunkt meines Besuchs wohl etwas überlastet. Teilweise hat es doch 10 Minuten oder länger gedauert, bis neue Gäste der 1. Klasse Lounge nach ihren Wünschen bezüglich Speisen und Getränken gefragt wurden. Kann aber durchaus sein, daß das ne Ausnahmesituation war.

1. Klasse DB Lounge München Hbf

Von der 1. Klasse Lounge aus, die etwas mehr als 20 Sitzplätze hat, blickt man aus den Fenstern direkt auf die Bahnsteige und kann so recht entspannt das rege Treiben mitverfolgen.

In der normalen Lounge, die knapp 50 Sitzplätze hat, gibt es zudem noch ein paar PC-Arbeitsplätze. Wer in der 1. Klasse Lounge in München zur Toilette will, muß dafür nicht quer durch die normale Lounge gehen, wie das z.B. in Frankfurt (Main) Hbf der Fall ist.

1. Klasse DB Lounge München Hbf

Öffnungszeiten 1. Klasse DB Lounge München Hauptbahnhof

Mo – Fr: 06.30 – 21.00 Uhr
Sa – So: 08.00 – 20.00 Uhr

Was lediglich etwas rar hier ist, ist die Zahl der Steckdosen. Da findet man die meisten an den PC-Arbeitsplätzen in der normalen DB Lounge. Ansonsten ist auch diese DB Lounge gut geeignet, die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges entspannt zu überbrücken.

Berlin Hauptbahnhof: 1. Klasse DB Lounge

Berlin Hauptbahnhof ist einer der fünf Standorte wo die Deutsche Bahn eine 1. Klasse Lounge eingerichtet hat. Im Obergeschoss, direkt neben Vapiano, befindet sich der Zugang. Um in die 1. Klasse Lounge zu gelangen, braucht man eine 1. Klasse-Fahrkarte. Man geht durch die normale DB Lounge und gelangt dann in den hinteren abgetrennten Bereich, der als 1. Klasse Lounge gestaltet ist.

1. Klasse DB Lounge Berlin Hbf

Auch hier gibt es den bekannten Am-Platz-Service mit kleinen Speisen und einer netten Getränkeauswahl. Das Personal ist freundlich-zurückhaltend, bekommt aber immer mit wenn man nichts mehr zu trinken hat und fragt dann höflich nach.

2. Frühstück

Ein von Torsten Maue (@torstenmaue) gepostetes Foto am

Was auch hier an den meisten Plätzen fehlt: Steckdosen. Davon gibt es in der gesamten DB Lounge leider nur sehr wenige. Aber dafür ist auch hier das WLAN kostenlos, realisiert über einen Telokomhotspot. Der kann auch genutzt werden wenn man ansonsten keine Telekom-Hotspotflat hat. In der Regel ist der WLAN-Zugang sehr stabil und auch schnell genug.

1. Klasse DB Lounge Berlin Hbf

Die Toiletten befinden sich im vorderen Loungebereich und sind hier, wie auch bisher in allen anderen von mir besuchten DB Lounges, sehr sauber. Es dürfte wohl auch an der Klientel liegen, die im Normalfall Zugang zur DB Lounge hat.

Öffnungszeiten 1. Klasse DB Lounge Berlin Hauptbahnhof:

Mo – So 06:00 Uhr bis 22:00 Uhr

Positiv fiel mir hier bei all meinen Besuchen der recht niedrige Geräuschpegel auf. Die Möglichkeit hier zu entspannen ist in der 1. Klasse Lounge wirklich gegeben. Auch einer der Gründe weshalb ich mich bei meinen Berlin-Aufenthalten gerne hier aufhalte.